Risiken der Immobilien-ETFs

ETFs

Seitdem es möglich ist, in Immobilien auch in Form von Fonds zu investieren, hat diese Anlageform viele Anhänger gefunden. Verschiedene internationale oder europäische ETFs sind inzwischen in Deutschland verfügbar. Wie sich der Markt dafür entwickeln wird und welche Besonderheiten er birgt, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Die günstigen Bauzinsen und verschiedene Impulse der Europäischen Zentralbank (EZB) haben den Immobilienmarkt in den letzten Jahren ordentlich in Schwung gebracht. Vor allem in Großstädten und Ballungszentren wird neuer Wohnraum gebraucht. Mit einem ETF kann die Branche entsprechend unterstützt und von der positiven Entwicklung profitiert werden. Das Geschäft bringt dabei jedoch verschiedene Eigenheiten mit sich.

In Immobilien investieren

Durch die hohe Nachfrage nach Wohnraum haben sich die Preise stets nach oben entwickelt. Der Bedarf ist ungebrochen groß und vor allem in urbanen Gebieten immer noch größer als das vorhandene Angebot. Auch für die Zukunft wird die Erfordernis von mehr verfügbaren Immobilien prognostiziert.

„Die Immobilie hat als Anlageklasse für institutionelle Investoren in letzter Zeit ganz klar an Wichtigkeit zugenommen“, so Kai Braun – Partner bei Ernst & Young Business Advisory Services. Im Rahmen einer Studie wurden vom Luxemburger Fondsverband die Nachfrage verschiedener institutioneller Anleger für verschiedene Finanzprodukte erfasst.

2014 gab es in Deutschland einen Anstieg der Investitionen in Gewerbeimmobilien um rund 30 Prozent. Weltweit lag der Anstieg im selben Jahr bei etwa 15 Prozent.

Aus verschiedenen Gründen hat die Geldanlage in Immobilien gewisse Vorteile gegenüber anderen Investitionsformen:

Die derzeitige Zinspolitik stellt für Anleger einen hohen Anreiz für Investitionen in den Immobilienmarkt dar. Seit caution | buero-gewerberaeume.de2015 stieg die Neubau-Tätigkeit stetig an. Wie sich die Bauzinsen bei der aktuellen Lage allerdings entwickeln werden, lässt sich nur erahnen. Durch verschiedene Einflüsse sind sowohl steigende als auch weiter sinkende Szenarien denkbar. Fakt ist jedoch, dass weiterhin verstärkt neuer Wohnraum geschaffen werden muss.
Sachwerte sind auch bei steigender Inflation besser geschützt und nicht so stark von Schwankungen auf dem Kapitalmarkt abhängig wie nicht greifbare Investitionswerte.
Zwischen dem Immobilienmarkt und der Entwicklung von Anleihen oder Aktien gibt es nur wenige Zusammenhänge. Für Ersteres sind noch ganz andere Einflüsse ausschlaggebend, die für den Aktienmarkt nicht von Bedeutung sind. Vor allem der Standort spielt eine wichtige Rolle. In einigen ländlicheren Gebieten ist etwa eher mit einem Preisverfall zu rechnen. Dies wird bei den Immobilien-ETFs jedoch berücksichtigt.
Für Kleinanleger ist der „Umweg“ über einen ETF eine gute Lösung, dennoch von der positiven Marktentwicklung bei den Immobilien profitieren zu können. Auch offene Immobilienfonds und die Sonderform der ETFS, die REITs (Real-Estate-Investment-Trust) sind eine Möglichkeit. Im Vergleich zu Aktien- oder Rentenanleihen sind Immobilien vor allem für konservative Investoren eine beliebte Alternative.

Kriterien für Immobilien-ETFs

Verschiedene ETFs legen auf eine Mischform zwischen Wertpapieranleihen und Investitionen in verschiedene Immobiliengesellschaften. REITs hingegen beschränken sich dabei auf die Beteiligung an börsennotierten Unternehmen, die sich als Kapitalgesellschaft um Besitz und Verwaltung von Immobilien kümmern.

In Deutschland sind die Immobilien ETFs noch relativ neu. Erst seit 2007 kann damit hierzulande gearbeitet werden. Die besonderen gesetzlichen Bedingungen machen die Anlageart vor allem für Privatanleger interessant. Im Gegensatz zum direkten Immobilieninvestment fallen so Instandhaltungskosten weg und es liegt eine höhere Liquidität vor.

Für die REITs ist eine Fremdkapitalquote von maximal 55 Prozent vorgegeben. Die Mindestausschüttungsquote für in Deutschland notierte REITs ist auf 90 Prozent festgelegt. Die Gewinne werden dabei hauptsächlich durch Mieteinnahmen und die Wertsteigerung der Immobilienobjekte erzielt. Bei der Versteuerung sind Unternehmen weiterhin auf der begünstigten Seite und werden bei den meisten ETFs nicht belangt. Erst auf Anlegerebene müssen die Ausschüttungen versteuert werden.

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