Immobilienaktien – Was ist noch rentabel?

In den vergangenen Jahren zählten Immobilienaktien zu den Gewinnern. Mittlerweile raten Analysten zur sorgfältigen Auswahl, denn nicht alle Titel profitieren vom boomenden Immobilienmarkt.

Ein Plus von 80 Prozent in drei Jahren – diesen Wertzuwachs bescherten die Papiere börsennotierter deutscher Immobilienunternehmen Anlegern in den vergangenen drei Jahren. Das zeigt der Dimax, ein Index des Bankhauses Ellwanger & Geiger, der die Wertentwicklung aller deutschen Immobilienaktien abbildet. Der Aufwärtstrend an den Aktienmärkten dürfte sich in den kommenden Monaten fortsetzen, schätzen Marktbeobachter. Doch nicht alle Immobilientitel profitieren gleich stark: „Neben Unternehmen mit einer anhaltend positiven Kursentwicklung gibt es immer mehr Immobilienaktien, die sich seitwärts oder abwärts bewegen“, sagt Stefan Scharff, Geschäftsführer der Investmentboutique SRC Research. Bei der Anlageentscheidung komme es immer stärker auf die Auswahl der richtigen Titel an.

Scharff rät vor allem zu Aktien von Unternehmen, die Büros, Einkaufszentren oder andere gewerblich genutzte Gebäude vermieten. Auch Thomas Effler, Immobilienanalyst der Oddo BHF Bank, bescheinigt auf Gewerbeimmobilien spezialisierten Unternehmen bessere Aussichten auf Kurssteigerungen als solchen, die Wohnungen vermieten. Der Grund: „Gewerbeimmobilien profitieren direkt von der starken Konjunktur“, sagt Effler. Außerdem seien Gewerbeimmobilienaktien im Vergleich zur Wohnimmobilien-Konkurrenz günstig bewertet.

Immobilienaktien Gehimtipp Aroundtown

Eines der größten auf deutsche Gewerbeimmobilien spezialisierten Unternehmen ist Aroundtown Property. Die Aktie des Konzerns gilt unter Investoren noch immer als Geheimtipp, weil der Nettoinventarwert der Gebäude, die das Unternehmen besitzt, mit derzeit 5,7 Mrd. Euro deutlich über der Marktkapitalisierung von 4,9 Mrd. Euro liegt. Die Aktie ist an der Börse also weniger wert als ihr Anlagevermögen. Das könnte sich jedoch bald ändern: Im September hat die Deutsche Börse Aroundtown als einen der Aufsteiger in den SDax benannt und damit bei Analysten für Begeisterung gesorgt. So hat das Analysehaus Kepler Cheuvreux das Kursziel nach der Ankündigung von 6,00 auf 6,50 Euro angehoben. Auch die Deutsche Bank stuft die Aktie mit „Buy“ ein, bei einem Kursziel von 6,50 Euro. Derzeit liegt der Kurs bei 6,15 Euro pro Aktie.

Vonovia zieht es ins Ausland

Im Bereich Wohnimmobilien werden Anleger ebenfalls fündig – wenn sie bereit sind, ein gewisses Risiko einzugehen. Im Oktober sorgte der Branchenprimus Vonovia mit seiner Ankündigung, bald mit dem größten Vermieter Frankreichs zusammenzuarbeiten, für Aufregung unter Anlegern und Analysten. Vonovia-Chef Rolf Buch begründete den Schritt damit, dass das Unternehmen es sich heute erlauben könnte, über Aktivitäten außerhalb Deutschlands nachzudenken. Analysten halten auch eine andere Erklärung für denkbar: Der Konzern kann bei den aktuell hohen Immobilienpreisen in Deutschland schlicht nicht mehr wachsen. „Das Angebot in den Großstädten ist knapp und einigen Akteuren zu teuer“, sagt Karsten Nemecek, Investment-Experte beim Immobiliendienstleister Savills Deutschland. Marktbeobachter bewerten den Schritt von Vonovia deshalb unterschiedlich. Während die UBS auf die Nachricht mit einem Kursziel von 39 Euro vorsichtig reagierte, gibt sich die britische Investmentbank HSBC mit 47 Euro Kursziel zuversichtlich.

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